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17.03.2009
Solide Finanzierung als Basis erfolgreicher
Unternehmen - Finanzierung in jeder Phase ein Hauptthema
Die
Ausgangslage
Ähnlich wie die
gesamte Wirtschaft oder einzelne Branchen durchlaufen auch Unternehmen spezifische Phasen, die Ausdruck der
jeweiligen Entwicklungsstufe und der Position im Markt sind. Dabei spielen in der unternehmerischen
Entwicklung eine Vielzahl von Parametern eine Rolle. In jedem Falle stellt allerdings eine solide Finanzierung
der Unternehmensaktivitäten die Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Wachstum dar. Typischerweise
durchläuft ein Unternehmen, ähnlich dem Lebenszyklus-Modell bei Produkten verschiedene Phasen. Nach der
Gründungsphase folgt die Wachstums- und anschließend die Reifephase. Schließlich steht das
Unternehmen in einer Sättigungsphase, aus der sich wiederum entweder eine neue Expansions- oder eine
Konsolidierungsphase ergibt.
Klassische
und innovative Finanzierungskonzepte
Finanzierungsinstrumente in den verschiedenen Unternehmensphasen
Der Kern einer
erfolgreichen Unternehmensentwicklung besteht darin, Marktchancen und -risiken zu erkennen und richtig
einzuschätzen. Durch die konsequente Wahrnehmung der jeweiligen Chancen ergibt sich dann für das Unternehmen
ein situations- und firmenspezifischer Finanzbedarf. So werden in der
Phase der Unternehmensgründung neue innovative Technologien oder Marketing-Konzepte aufgegriffen. In
dieser Phase sind Gründungs, Marktforschungs- und Entwicklungskosten, Anfangsinvestitionen und
Markterschließungskosten die wesentlichen Ursachen für den entstehenden Finanzbedarf. Diese Phase ist
besonders dadurch gekennzeichnet, daß der Cash-Flow des Unternehmens meist negativ ist. Gleichzeitig steht dem
jungen Unternehmen in der Regel nur geringes Sicherungspotential zur Verfügung. In der
Wachstumsphase müssen Betriebsmittel, Marketing-Kosten und Investitionen in die Kapazitätsausweitung
finanziert werden. Da die Unternehmen bis
dahin kaum in der Lage sind, eigenes Vermögen in Form von Sachanlagen aufzubauen, können auch in dieser Phase
nur bedingt bankübliche Sicherheiten zur Besicherung genutzt werden. In der Reife- und
Sättigungsphase werden neue Produkt- und Leistungsideen erforscht und entwickelt. Neben diesen
Entwicklungskosten fallen zusätzliche Kosten für die Marktdurchdringung oder Erschließung neuer
Geschäftsfelder, Rationalisierung und Qualitätsverbesserung an. Notwendige Ersatzinvestitionen belasten
zusätzlich die Liquidität. Zu diesem Zeitpunkt bestehen zwar häufig dingliche Sicherheiten, die allerdings in
der Regel bereits beliehen sind. In der Expansions-
oder Konsolidierungsphase sind weitere Rationalisierungsinvestitionen nötig, oder aber eine erneute Suche
und Umsetzung von neuen Marktchancen macht die Zuführung von zusätzlichen Finanzmitteln notwendig. In der
Regel besteht aber auch hier kein Platz für eine Besicherung von weiterem Kapital. Die Gründe für den
entstehenden Finanzbedarf sind in den unterschiedlichen Phasen der Unternehmensentwicklung jeweils
schwerpunktmäßig anders gelagert. Die veränderten Unternehmensbedingungen machen dann allerdings auch den
Einsatz unterschiedlicher Finanzierungsinstrumente notwendig. Nur durch ein maßgeschneidertes
Finanzierungskonzept, das individuell und unter Berücksichtigung der möglichen öffentlichen und privaten
Finanzierungsmittel entwickelt wird, kann der Unternehmenserfolg auch strategisch vorbereitet werden.
Gleichzeitig wird damit auch deutlich, daß eine solide Finanzierung in allen Phasen für eine
erfolgreiche Entwicklung im höchsten Maße bedeutsam und sogar Grundvoraussetzung ist. In den
unterschiedlichen Phasen haben sich verschiedene Finanzierungskomponenten als besonders geeignet
herausgestellt: ·
Eigenkapital (Gesellschaftereinlagen) ·
Zus. Eigen- und Beteiligungskapital ·
Eigenkapitalhilfe (EKH) ·
Selbstfinanzierung (Cash-Flow) ·
Existenzgründungsprogramme (ERP, KfW, DtA) ·
Verlorene Zuschüsse (EU, Bund, Länder) ·
Innovationsdarlehen (KfW) ·
Öff. Bürgschaften (Land NRW, etc.) ·
Klassische Bankdarlehen Mit Hilfe dieser
vielfältigen Finanzierungsmöglichkeiten kann das zentrale Problem des fehlenden Sicherungspotentials
auf verschiedene Weise gelöst werden. Es zeichnet sich somit ein breites Instrumentarium an
Finanzierungskomponenten ab, die die Grundlage für eine dauerhaft erfolgreiche Unternehmensentwicklung bilden
können. Mir einem soliden und
tragfähigen Unternehmens- und Projektkonzept können somit in allen Phasen zukunftsweisende Wege der
Finanzierung gefunden und realisiert werden.
Solide
Finanzierung als Voraussetzung für eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung
Grundlagen einer Finanzierung
Eine solide
Finanzierung in allen Entwicklungsphasen eines Unternehmens stellt eine Grundvoraussetzung dar, wenn
Marktchancen systematisch angegangen und verwirklicht werden sollen. Dabei haben sich folgende Grundsätze als
besonders relevant erwiesen:
Damit ist die
Finanzierung ein dauerhaft relevantes Thema, dem die Unternehmen kontinuierlich höchste Aufmerksamkeit
schenken müssen. Im folgenden stellen wir anhand von zwei inzwischen realisierten Finanzierungen konkrete
Beispiele dar, wie eine solide Finanzierung mit Hilfe klassischer und innovativer Instrumente gestaltet
werden kann.
Mit dem Ziel, eine
neuartige Brenner- und Heizungstechnik zu entwickeln und zu vermarkten, gründeten drei Gesellschafter ein
technologieorientiertes junges Unternehmen. Das wesentliche Ziel bestand darin, den Wirkungsgrad des
Verbrennungsprozesses erheblich zu steigern. Der neue
Regeneratorbrenner ermöglicht es, den Energiebedarf je nach Ofentemperatur um 25% bis 60% zu reduzieren. Im
Vergleich zu bisherigen Lösungen werden mit der neuen Technologie innovative Ideen umgesetzt, die neben
dem Energiebedarf auch den Schadstoffausstoß deutlich verringern. Wesentliche
Vorteile der neuartigen Technologie sind:
Für das junge
innovative Unternehmen ergeben sich mit der neuen Technologie enorme Marktchancen. Auf der Grundlage einer
starken Marktposition in Deutschland ist das junge Unternehmen in aussichtsreichen und expansiven
Marktsegmenten tätig. Allerdings ist diese Situation gleichzeitig mit schwerwiegenden Risiken
verbunden, da nicht verläßlich absehbar ist, ob sich der Absatz explosionsartig oder nur schleppend entwickeln
wird. Da sich das
Umlaufvermögen, die erforderlichen Investitionen und die Personalentwicklung maßgeblich nach der
Absatzentwicklung richten, ergibt sich für den Unternehmer durch den unter Umständen stark wachsenden
Finanzbedarf ein großes Risiko. Dabei ist die Unsicherheit in der Absatzentwicklung maßgeblich
für die Unsicherheit in der gesamten Unternehmensentwicklung verantwortlich.
Das Ziel der Beratung
bestand darin, ein strategisches Unternehmens- und Finanzierungskonzept auszuarbeiten, das sich flexibel an
die sich tatsächlich entwickelnde Absatzsituation anpassen läßt. Die anstehende Gründungs- und Wachstumsphase
soll auf diese Weise solide untermauert und das aus der unsicheren Absatzentwicklung resultierende Risiko
kalkulier- und tragbar gemacht werden. ExperConsult
entwickelte zu diesem Zweck einen vollständigen Finanzplan für drei mögliche zukünftige Entwicklungen, den
"best case", "normal case" und "worst case" , aufbauend auf dem Grundgedanken der Szenario-Technik
. Jeder dieser Teilpläne basiert auf einer entsprechenden, also pessimistischen, normalen bzw. optimistischen
Einschätzung von Kundenpotential, Vertriebsmöglichkeiten, Auftrags- und Vertragsvereinbarungen und der
Entwicklung externer Umfeldbedingungen, die sich ebenfalls negativ oder positiv auf den Unternehmenserfolg
auswirken können.
Abb. 1
Umsatz- und Finanzbedarf nach Szenarien
Der Ausgangspunkt der
Planung ist die Prognose der möglichen Absatzentwicklung. Hierzu sind im Zuge der Beratung drei verschiedene
Modelle entwickelt worden, die jeweils zu einer fundierten Absatzprognose führen. Darauf aufbauend ließen sich
entsprechend der Szenarien Planungen in Bezug auf den Einsatz der Unternehmensressourcen vornehmen. Mit den Ergebnissen
des Finanzplanes je nach betrachtetem Szenario läßt sich der Finanzbedarf für jeden der drei Fälle ermitteln.
Gleichzeitig wird sichergestellt, daß die Reaktionen des Unternehmens in angemessenem Rahmen zu den
Absatzentwicklungen vorgenommen werden. Folgende
Finanzierungskomponenten kommen dabei zum Tragen: Zusammenfassend wird
ein Finanzvolumen von 5,5 Mio. € erschlossen. Der durchschnittliche Zinssatz liegt unter 5%. Die
Besicherung erfolgte zum großen Teil über innovative Instrumente und eine Landesbürgschaft des Landes
NRW. Basisfinanzierung
Entwicklung
Auftrags-
und Wachstumsfinanzierung
Durch die
Zusammenführung all dieser Komponenten in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit der Hausbank konnte
somit eine solide Finanzierung flexibel zusammengestellt werden.
Fall 2:
Die Mikrooptik als
Teilbereich der Mikrostrukturtechnik stellt ein stark an Bedeutung gewinnendes Technologiegebiet dar, das in
Deutschland bisher allerdings nur unzureichend erschlossen ist. Bei den verschiedenen Anwendungsgebieten der
Mikrostrukturtechnik handelt es sich um High-Tech-Felder mit höchstem Forschungs- und Entwicklungsniveau. Zusammen mit einem
russischen Wissenschaftler gründete 1993 ein deutscher Unternehmer ein gemeinsames Unternehmen mit dem Ziel,
ein innovatives Verfahren zur flexiblen Fertigung von Mikrolinsenstrukturen zu entwickeln und die
entsprechenden Produkte zu vermarkten. Der wesentliche technologische Vorteil besteht darin, daß auf einem
einzigen mikrooptischen Chip gleich mehrere Linsenstrukturen gleichzeitig integriert werden können. Darüber
hinaus erlaubt das Verfahren eine wesentlich kostengünstigere Fertigung als der internationale Wettbewerb. Der Innovationsgrad
und technologische Wettbewerbsvorteil des in der Zwischenzeit entwickelten Verfahrens ist derart hoch, daß das
Unternehmen aus technologischer Sicht als weltweit führend zu bezeichnen ist. Angesichts der sich stark
expansiv entwickeltenden Anwendungsfelder stellt die Mikrooptik eine Technologie mit hervorragenden
Marktchancen dar. Abb. 2:
Anwendungsgebiete mikrooptischer Linsen und Prismen Ein zentrales Problem
bei der Erschließung einzelner Anwendungsgebiete besteht darin, daß die Technologie bei den potentiellen
Anwendern nahezu nicht eingeführt und unbekannt ist. Daher gelingt es nur durch einen intensiven
Technologietransfer und eine gemeinsame Entwicklungsarbeit aus der Basistechnologie "Mikrooptik"
wiederum innovative Anwendungsprodukte zu entwickeln. Gleichzeitig ist
sowohl in der privaten Wirtschaft als auch in den öffentlichen Instituten ein enormer Forschungs- und
Entwicklungsbedarf zu erkennen, der bisher die Einführung und Umsetzung der Technologie erschwerte.
Die Grundidee bestand
zunächst darin, ein Demonstrations- und Dienstleistungslabor aufzubauen, in dem innovative Produkte auf der
Basis von mikrooptischen Komponenten entwickelt und getestet werden können. Im Rahmen eines
Verbundprojektes, in dem verschiedene Unternehmen und Institutionen an der praxisnahen Umsetzung der
Technologie zusammenarbeiten, wird ein systematischer Technologietransfer in die Anwendungsbranchen betrieben.
Das Ziel besteht in der Einbettung dieses Verbundprojektes in die Mikrostrukturinitiative NRW. Im einzelnen
ergeben sich damit verschiedene Beratungsschwerpunkte:
Aufgrund der
außerordentlichen Vorteile in Bezug auf Technologietransfer und Integration in die Mikrostrukturinitiative NRW
verlegte das Unternehmen den Standort seiner Aktivitäten in das Technologiezentrum in Dortmund. Um eine solide
Basisfinanzierung des Unternehmens zu erreichen, sind inzwischen Mittel aus dem KfW-Beteiligungsprogramm
für Technologieunternehmen in das Unternehmen geflossen. Diese Finanzierungskomponente zeichnet sich vor allem
dadurch aus, daß sie Spielraum für zusätzliche Fremdmittel läßt und diese sogar erst ermöglicht. Mit Hilfe dieser
Förderung des Landes NRW und der Unterstützung der Technologiepark Dortmund GmbH erfolgt nunmehr der Aufbau
und der Betrieb des Demonstrations- und Dienstleistungslabors. Als Resultat der
Beratung werden Mittel in der Höhe von insgesamt 4,4 Mio. € erschlossen. Der Zinssatz liegt bei
durchschnittlich unterhalb 5%. Es wurde keine Besicherung erforderlich. Folgende
Finanzierungskomponenten kommen somit zusammen:
Allein innerhalb der
Mikrostrukturinitiative NRW wurden mehrere aussichtsreiche Entwicklungsprojekte initiiert. Durch den
partnerschaftlichen Technologietransfer und die gemeinsame Entwicklung von international wettbewerbsfähigen
Produkten profitieren alle Beteiligten vom initiierten Verbundprojekt. Damit ist der Grundstein für eine
erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens und der Technologieinitiative gelegt.
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