|
Tauschring des Silberpfeil Krefeld
Im mer wieder haben Menschen im Laufe der Zeit versucht,
Komplementärwährungen zu etablieren. Der Sinn und Zweck solcher Währungen wie z.B. dem "Chiemgauer" (www.chiemgauer.info)
ist zum einem, die Wirtschaft vor Ort zu fördern. Daneben ziehen alle diese Experimente aber darauf ab, den
heute üblichen Geldkreislauf und damit das Horten des Geldes durch Sparen und Anlegen zu verhindern. Die
Idee dahinter: Geld ausgeben fördert die Wirtschaft!
Bezahlen Sie in Talenten
Auf dieselbe Idee zielen auch Tauschringe ab, in denen die Mitglieder sich
gegenseitig mit ihren Fähigkeiten helfen. Mit diesen Tauschringen wird aber nicht nur das Horten von Geld
unmöglich gemacht, sondern sie ermöglichen die gegenseitige Hilfestellung im täglichen Leben. Denn während
der eine Tauschring Hilfe bei der Autoreparatur anbietet, hilft der andere beim Bügeln oder Tapezieren.
Jeder bezahlt die Leistung der anderen mit seinen eigenen Talenten und gibt etwas dafür, dass er eine
andere Leistung in Anspruch nehmen darf.
Aufbau eines "Hilfe-Netzwerkes"
Neben dem praktischen Nutzen, dem "sich-helfen" erfüllen die Tauschringe aber noch
eine andere Funktion. Sie dienen nämlich in vielen Bereichen als soziale Netze. Denn man weiß, dass man
immer auf die Hilfe von Gleichgesinnten zurückgreifen kann, die in einer Notlage da sind. In unserer
heutigen Gesellschaft ist diese "gegenseitige Hilfe" kaum noch vertreten.
Viele der Tauschring-Organisatoren sehen in den Tauschringen selber auch die
Möglichkeit, bei den Teilnehmern Selbsthilfepotenziale zu wecken, die auch öffentliche Einrichtungen
entlasten: Denn wem im Tauschring-Netz geholfen wird, der ist nicht mehr auf staatliche Hilfe angewiesen.
Wie sieht das praktisch aus?
Alle Tauschringe funktionieren nach einem ähnlichen Muster, das von einer "Geben-und-Nehmen-Idee"
getragen wird. Sie melden sich als Mitglied an, lassen sich registrieren und los geht's: Jeder bringt seine
Fähigkeiten ein, hilft anderen und erhält dafür eine Gutschrift auf dem Tauschring-Konto. Das Guthaben kann
er dann selbst aufbrauchen, indem er sich von anderen helfen lässt.
Ist das denn nicht Schwarzarbeit?
Diese Frage taucht in den Tauschringen immer wieder auf. Denn versteuert werden
muss nicht nur verdientes Geld, sondern auch geldwerte Leistungen. Eine Steuerpflicht liegt wohl auf jeden
Fall vor, wenn Sie professionell Ihre Dienste im Rahmen des Tauschrings anbieten. Wenn Sie allerdings nur
gelegentlich im Rahmen der "Nachbarschaftshilfe" Unterstützung leisten, dürfte es mit dem Finanzamt kaum
Probleme geben.
www.tauschring.de: Hier gibt es viele Hintergrundinformationen zum Thema Tauschringe.
www.tauschringe.org: Interessant sind hier vor allem die rechtlichen Hinweise zu den Tauschringen.
|