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Graue Haare, aber Pfeilschnell
Die Aktion Silberpfeil ist Anlaufstelle für Arbeitslose über 50. "Wir haben vielleicht graue
Haare, sind aber pfeilschnell", sagt Gründer Klaus Wilk (56). Ein Kreis von rund 100 Betroffenen trifft sich
einmal in der Woche, um Wissen auszutauschen und um neben dem Verein Silberpfeil auch Projekte zu entwickeln,
die sich unter dem Dach einer angegliederten Handels- und Dienstleistungsgesellschaft in Ich-AGs verwandeln
lassen. Vierzehntägig findet ein Stammtisch statt. Er soll auf jeden Bezirk ausgeweitet werden.
erschienen am 19. März 2009 in Hamburg
Chance für Arbeitslose
Projekt Ü 50: Ab April will Arbeitsagentur über 50jährige intensiver betreuen.
Von Barbara Hardinghaus
Sie haben es besonders schwer auf dem Arbeitsmarkt, also will man sich ab April besonders um
sie kümmern. Ab April will die Arbeitsagentur in Hamburg Arbeitslose über 50 Jahre intensiver betreuen. Sie
schult dafür
gerade 14 extra eingestellte Mitarbeiter in vierwöchigen Crashkursen. Unterstützt wird das bundesweit erste
Projekt Ü 50 vom Personaldienstleister Randstad. Er plant, ab 1. Mai in Hamburg 100 Arbeitslose über 50
einzustellen. Agenturchef Rolf Steil: "Wir müssen weg vom Jugendwahn."
Dabei denkt er an die mehr als 21 000 Menschen in Hamburg, die über 50 sind und arbeitslos (21,3 Prozent).
"Sie gelten als teuer und unflexibel", sagt Steil. Da ist es schwer, Arbeit zu finden. Gisbert Burckardt (52)
ist einer von ihnen. Er arbeitete 20 Jahre lang als EDV-Spezialist, zuletzt in leitender Funktion. Jetzt ist
er arbeitslos, schickt jede Woche zwei bis vier Bewerbungen und hat in zwei Jahren nicht ein
Vorstellungsgespräch bekommen. Also hat er sich jetzt der "Aktion Silberpfeil" angeschlossen, sie wurde gerade
in Hammerbrook gegründet, und es boomt. In dem Verein sind "ältere Arbeitsuchende" organisiert. Sie sollen
sich gegenseitig helfen.
Allein in der ersten Wochen haben sich bei der Aktion Silberpfeil 100 Arbeitslose gemeldet. "Wir haben eine
Lawine losgetreten", sagt Klaus Wilk (56), Vorsitzender. Viele Arbeitsuchende lebten vor allem "total
isoliert". Eine Umfrage hat gezeigt, daß jedes dritte Unternehmen nur dann noch über 50jährige beschäftigt,
wenn staatliche Beihilfen dafür gezahlt werden oder es keine jüngeren Bewerber gibt. Klaus Wilk hatte 34
Firmen angerufen und beste Referenzen angegeben. "Wenn ich mein Alter gesagt habe, war alles gegessen."
Den Vorstoß der Arbeitsagentur findet er gut. Allerdings richtet der sich nur an die, die noch das
Arbeitslosengeld I beziehen, also nicht an die, die unter Hartz IV fallen und von der Arge betreut werden.
"Die neuen Mitarbeiter sollen in unsere sieben Standorte der Arbeitsagenturen verteilt werden", sagt Rolf
Steil. Ab ersten April werden sie die Arbeitslosen anschreiben und zu ersten Gesprächen einladen.
"Arbeitsplätze schaffen können wir natürlich auch nicht", sagt Steil, "aber wir können uns stärker kümmern und
Mut machen." Wer Mut habe, sei erfolgreicher.
Was die neuen Mitarbeiter also am Ende erreichen, ist die Frage. "Mit dem Projekt Ü50 wollen wir ein Zeichen
setzen und daran erinnern, daß über 50jährige meist viel Erfahrung haben", sagt Erik Krömer (37) vom
Personaldienstleister Randstad. Sie wollen Arbeitslose aller Bereiche einstellen - ein Pilotprojekt. Bei
Erfolg soll es bundesweit laufen.
erschienen am 19. März 2009 in Hamburg
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