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Verbraucherzentrale NRW
moniert: Häufiger Verdruss beim
DSL-Wechsel
Immer wieder Ärger rund um
die Installation von
DSL-Anschlüssen moniert die
Verbraucherzentrale NRW. Danach
bereitet insbesondere der
Wechsel von Provider zu
Provider Kunden vielfach
Verdruss.
Schneller und schneller ins
Internet: Längst gilt ein
DSL-Anschluss als Schlüssel
fürs rasante Surfen,
Telefonieren und Fernsehen via
Internet. Ende 2005 zählte die
Bundesnetzagentur 10,4
Millionen DSL-Anschlüsse: 3,6
Millionen mehr als ein Jahr
zuvor. Solche Steigerungen
erwarten Anbieter auch heute.
Schließlich gibt’s die nächste
Highspeed-Generation.
Geschwindigkeitsfans sollen in
Zukunft „mit sagenhaften 16 000
kbit/s” (Anbieter T-Com) auf
die Datenautobahn gelangen.
Schwierig aber ist die Wahl der
Auffahrt. Ein Dutzend Provider
buhlt um Kunden: mit
Wechselwochen, mit
„0-Euro-Kosten” und
unterschiedlichen
Tarifmodellen. „Wechseln sollte
so leicht wie möglich sein”,
schmeichelt der Anbieter
Tiscali.
Doch Anke Kirchner hat andere
Erfahrungen gemacht. „Wir
bekommen immer wieder
Beschwerden, dass ein
DSL-Anschluss nicht verfügbar
war, obwohl das dem Kunden
zugesichert wurde”, rügt die
Telekommunikationsexpertin der
Verbraucherzentrale NRW.
Wochenlange Wartezeiten seien
keine Seltenheit.
Warten lernte auch Klaus Meier
(Name geändert) aus Düsseldorf.
Nachdem sein alter Anschluss
bei der 1&1 Internet AG die
vereinbarte Surfgeschwindigkeit
immer wieder verfehlt hatte,
wollte Meier pünktlich zum
Monatsersten mit dem Anbieter
T-Online anbandeln. Meier
befolgte zwar penibel die
Regeln des Vertragsrechts. Er
räumte 1&1 eine zweimalige
Frist zur Nachbesserung ein und
kündigte nach ausbleibendem
Erfolg den Kontrakt. Zum
Abenteuer geriet der Wechsel
des Providers dennoch. Von 1&1
wurde Meiers Anschluss schon
eine Woche vor Ablauf seines
Vertrags gesperrt.
Noch ärgerlicher: Auch der neue
Anschluss wurde nicht
rechtzeitig geschaltet, da
Meiers DSL-Port, seine
Verbindung zum Breitbandnetz in
der nächsten
Vermittlungsstelle, nach
Auskunft des neuen
Vertragspartners T-Online nach
wie vor von 1&1 blockiert
werde. Meier blieb fast vier
Wochen ohne Festnetzanschluss.
Dass sich die Provider dabei
gegenseitig die Schuld
zuschieben, ist für Anke
Kirchner kein Einzelfall. Der
Grund für die Pannen verliere
sich oftmals im
Kompetenzdickicht der
beteiligten Unternehmen und sei
für Kunden kaum
nachzuvollziehen.
Immerhin vermarkten mehr als
ein Dutzend Firmen
DSL-Anschlüsse; nur die
Deutsche Telekom, Arcor,
Hansenet und Versatel aber
verfügen auch über eigene
Breitbandnetze: bundesweit oder
regional. Andere Anbieter
betätigen sich als Reseller.
Sie mieten Anschlüsse -
vorwiegend bei der Telekom -
und vermieten sie zu ihren
Konditionen an Endkunden.
Das System hat Tücken. Wollen
Kunden etwa von Reseller zu
Reseller wechseln, müssen sie
auf eine reibungslose
Kooperation gleich zwischen
drei Wettbewerbern hoffen: den
Resellern und dem Netzbetreiber
Telekom. So streiten Firmen
denn auch immer wieder: ob in
der Vermittlungsstelle der
Telekom ein Port frei war, ob
ein Techniker rechtzeitig den
alten Anschluss ab und den
neuen frei geschaltet hat, ob
ein Provider bei Terminzusagen
nicht heillos übertrieben hat,
um neue Kunden zu akquirieren.
Zwar habe sich die Lage
deutlich beruhigt,
Softwareprobleme wie im
vergangenen Jahr seien
weitgehend ausgeräumt, meldet
die Bundesnetzagentur. Gerade
beim Wechsel des
DSL-Anschlusses aber könne es
durchaus zu längeren
Wartezeiten kommen, gesteht
Arcor-Pressesprecher Jens
Wagner. Die Folge: Firmen wie
Arcor und Tele2 geben ihren
Kunden keine festen Zusagen
mehr, sie bestätigen nur noch
„einen Wunschtermin”.
„Fifty-fifty” verteilt Wagner
die Schuldfrage, falls der
platzt: zwischen Netzbetreiber
und Reseller. Immerhin: Wer
aufgrund eines Verschuldens von
Arcor Wochen auf seinen
Festnetzanschluss verzichten
musste, werde entschädigt, sagt
Wagner: in Form eines
Gutscheins für
zwischenzeitliche
Mobilfunktelefonate.
Auch Klaus Meier erhielt von
1&1, nachdem sich
Verbraucherschützerin Kirchner
eingeschaltet hatte, einen Teil
der zusätzlich angefallenen
Kosten retour: insgesamt 19,95
Euro.
All das schützt nicht vor
weiterem Ärger. Wer DSL beim
Reseller ordere, den könnten
auch spätere Probleme Zeit und
Nerven kosten, weiß Kirchner.
Ansprechpartner sei dann zwar
der Reseller. Fehlerdiagnose
und -behebung lägen jedoch beim
Netzbetreiber.
Wenigstens „eine preiswerte
Hotline mit kompetenten
Ansprechpartnern” mahnt Anke
Kirchner deshalb bei Resellern
und Netzbetreibern an. Zu oft
nämlich hört die
Kommunikationsexpertin aus
Düsseldorf bislang bei
Beschwerden über Provider: dass
Kunden bei Anrufen in endlose
Warteschleifen abgeschoben, von
überforderten Ansprechpartnern
hingehalten oder dreist
abgewimmelt - und dafür in der
Regel noch mit rund einem Euro
je Minute abkassiert würden.
Anfragen per E-Mail und Fax
blieben unbeantwortet.
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